Go24Pro

Was kostet Steuerberater 2026? — Der komplette Kosten-Guide

Was kostet Steuerberater 2026? — Der komplette Kosten-Guide — Preise, Tipps und Anbieter-Vergleich für Steuerberater.

Go24Pro RedaktionAktualisiert Mai 202610 Min. Lesezeit

Kurz & knapp

Die Kosten für einen Steuerberater richten sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), die Gebühren-Rahmen je nach Gegenstandswert (Einkommen oder Umsatz) vorgibt. Eine Einkommensteuererklärung für Angestellte kostet typischerweise 150 b

Steuerberater-Kosten auf einen Blick

Die Kosten für einen Steuerberater richten sich in Deutschland nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Diese gibt keinen festen Preis vor, sondern einen Gebühren-Rahmen, der vom sogenannten Gegenstandswert abhängt – meist Ihrem Einkommen oder Umsatz. Innerhalb des Rahmens wählt der Steuerberater einen Zehntelsatz nach Umfang und Schwierigkeit; bei durchschnittlichen Fällen wird üblicherweise die Mittelgebühr angesetzt.

Für eine einfache Einkommensteuererklärung von Angestellten liegen die marktüblichen Richtwerte bei 300 bis 600 Euro, bei komplexeren Fällen (Vermietung, Kapitalerträge, mehrere Einkunftsarten) bei 600 bis 1.500 Euro. Selbstständige zahlen für die laufende Buchhaltung typischerweise 80 bis 250 Euro pro Monat, GmbHs mit Jahresabschluss deutlich mehr.

Marktübliche Richtwerte für Steuerberater-Leistungen (Deutschland 2025/2026)

Marktübliche Richtwerte für Steuerberater-Leistungen (Deutschland 2025/2026)
LeistungPreisspanneAbrechnungsbasis
Einkommensteuererklärung Arbeitnehmer300 – 600 €nach Gegenstandswert (StBVV)
Einkommensteuererklärung (komplex)600 – 1.500 €nach Gegenstandswert (StBVV)
Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)400 – 700 €nach Gegenstandswert
Laufende Buchhaltung Kleinbetrieb80 – 250 € / Monatnach Umsatz/Belegen
Laufende Buchhaltung GmbH300 – 800 € / Monatnach Umsatz/Belegen
Bilanz / Jahresabschluss kleine GmbH800 – 3.000 €nach Bilanzsumme
Lohnabrechnung pro Mitarbeiter/Monat20 – 35 €pro Abrechnung (§ 34 StBVV)
Stundensatz / Zeitgebühr150 – 300 €pro Stunde
Quelle: taxtify.de — Was kostet ein Steuerberater 2026?

Für eine Einkommensteuererklärung von Arbeitnehmern nennt taxtify.de eine Spanne von 300 bis 600 Euro, für komplexe Fälle 600 bis 1.500 Euro; die laufende Buchhaltung liegt bei 80 bis 250 Euro monatlich (Kleinbetrieb) bzw. 300 bis 800 Euro (GmbH).

Preise nach Leistungsumfang

Die Gebühr für die Einkommensteuererklärung berechnet sich nach Tabelle A der StBVV. Maßgeblich ist der Gegenstandswert (Summe der positiven Einkünfte), wobei ein Mindest-Gegenstandswert von 8.000 Euro gilt. Der Rahmen reicht von 1/10 bis 6/10, die Mittelgebühr liegt bei 3,5/10.

  • Beispiel kleines Einkommen: Bei einem Gegenstandswert von 20.000 Euro ergibt sich nach Tabelle A mit 3/10 eine Gebühr von rund 171,30 Euro (zzgl. Auslagen und 19 % USt).
  • Beispiel mittleres Einkommen: Bei einem Gegenstandswert von 50.000 Euro beträgt die volle Tabellengebühr 1.164 Euro; mit der Mittelgebühr von 3,5/10 sind das 407,40 Euro.
  • Zeitgebühr seit 1. Juli 2025: Mindestens 66 Euro, mittlerer Satz 115 Euro, maximal 164 Euro pro Stunde – relevant für Leistungen ohne festen Gegenstandswert.
  • Lohnabrechnung: Nach § 34 StBVV fallen 6 bis 30 Euro je Arbeitnehmer und Monat an; Kostenportale nennen praxisüblich 20 bis 35 Euro plus 50 bis 80 Euro einmalige Einrichtung.

Bei einem Gegenstandswert von 50.000 Euro beträgt die volle Gebühr nach Tabelle A der StBVV 1.164 Euro; mit der Mittelgebühr von 3,5/10 ergeben sich 407,40 Euro. Der Stundensatz (Zeitgebühr) liegt seit 1. Juli 2025 zwischen 66 und 164 Euro, mittlerer Satz 115 Euro.

sevdesk nennt für eine Einkommensteuererklärung mit 20.000 Euro Einkommen eine Gebühr von 171,30 Euro (3/10) und einen Mindest-Gegenstandswert von 8.000 Euro.

Diese Faktoren bestimmen den Preis

Warum dieselbe Leistung bei zwei Personen unterschiedlich viel kostet, liegt an mehreren Stellschrauben der StBVV und der Praxis:

  • Gegenstandswert: Je höher Einkommen, Umsatz oder Bilanzsumme, desto höher die Tabellengebühr – die Gebühr steigt mit dem wirtschaftlichen Wert der Sache.
  • Gewählter Zehntelsatz: Innerhalb des Rahmens (z. B. 1/10 bis 6/10) entscheidet der Steuerberater nach Umfang, Schwierigkeit und Bedeutung; einfache Fälle landen unter, komplexe über der Mittelgebühr.
  • Rechtsform: Eine GmbH verursacht durch doppelte Buchführung und Jahresabschlusspflicht höhere Kosten als ein Einzelunternehmen mit einfacher EÜR.
  • Belegqualität: Wer Belege vorsortiert und digital einreicht, senkt den Zeitaufwand und damit die Kosten spürbar.
  • Zusatzleistungen: Lohnabrechnung, Umsatzsteuer-Voranmeldungen (30 bis 80 Euro monatlich) und Beratungsgespräche werden separat berechnet.

Eine GmbH verursacht meist höhere Kosten als ein Einzelunternehmen – etwa wegen der Pflicht zur doppelten Buchführung und zum Jahresabschluss. Wer Belege vorsortiert und digitalisiert einreicht, reduziert den Zeitaufwand und damit die Kosten.

Ablauf und typische Leistungen

Ein Steuerberater übernimmt – anders als ein Lohnsteuerhilfeverein – alle steuerlichen Angelegenheiten, auch für Selbstständige und Unternehmen. Der typische Leistungsumfang gliedert sich so:

  1. Erstgespräch und Mandatsklärung: Erfassung Ihrer Situation (Einkunftsarten, Rechtsform, Belegmenge) und Festlegung des Leistungsumfangs.
  2. Laufende Buchhaltung: Erfassung der Belege, Umsatzsteuer-Voranmeldungen, ggf. Lohnabrechnung – meist monatlich abgerechnet.
  3. Jahresabschluss bzw. Steuererklärung: EÜR oder Bilanz, Einkommen-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung.
  4. Prüfung des Steuerbescheids: Kontrolle des Finanzamt-Bescheids und ggf. Einspruch.
  5. Rechnung nach StBVV: Abrechnung über Gebührentabelle oder Zeitgebühr, zzgl. Auslagen und 19 % Umsatzsteuer.

Steuerberater vs. Lohnsteuerhilfeverein – Kosten und Zuständigkeit

Steuerberater vs. Lohnsteuerhilfeverein – Kosten und Zuständigkeit
MerkmalSteuerberaterLohnsteuerhilfeverein
Zuständig füralle Steuerangelegenheiten, auch Selbstständige/Firmennur Arbeitnehmer, Rentner, Pensionäre (keine Selbstständigkeit)
Kosten300 – 600 € pro Erklärung (Arbeitnehmer)45 – 410 € Jahresbeitrag nach Einkommen
Abrechnungnach StBVV (Gegenstandswert)fester Jahresbeitrag, sozial gestaffelt
Quelle: taxtify.de; lohi-idh.de

Der Mitgliedsbeitrag eines Lohnsteuerhilfevereins ist nach Einkommen gestaffelt und reicht von 45 Euro pro Jahr (bis 12.000 Euro Einkommen) bis 410 Euro (ab 180.001 Euro). Bei 35.000 Euro Einkommen sind es rund 140 Euro – inklusive Erstellung der Steuererklärung und Rückfragen zum Bescheid.

Spartipps: So senken Sie die Steuerberater-Kosten

  1. Belege vorsortieren und digitalisieren: Wer die Buchhaltung vorbereitet einreicht, reduziert die abrechenbare Zeit und damit die Zeitgebühr (66 bis 164 Euro pro Stunde).
  2. Leistungsumfang klar abgrenzen: Vereinbaren Sie schriftlich, welche Leistungen Teil des Mandats sind – so vermeiden Sie Überraschungen bei Zusatzpositionen wie USt-Voranmeldung.
  3. Eigene Buchhaltungssoftware nutzen: Mit vorbereiteter digitaler Finanzbuchhaltung übernimmt der Steuerberater nur noch Abschluss und Prüfung.
  4. Lohnsteuerhilfeverein prüfen: Reine Arbeitnehmer ohne Selbstständigkeit fahren mit dem nach Einkommen gestaffelten Jahresbeitrag (45 bis 410 Euro) oft günstiger.
  5. Gegenstandswert kennen: Da die Gebühr am Einkommen/Umsatz hängt, lohnt es sich, vorab eine grobe Gebührenschätzung über einen StBVV-Rechner zu machen und Angebote zu vergleichen.

Solo-Selbstständige müssen nur wenige Buchungssätze schreiben und können ihre Buchhaltung dadurch günstiger auslagern – Buchhaltung beginnt ab etwa 80 Euro pro Monat. Wer Belege vorsortiert und digital einreicht, senkt den Zeitaufwand.

Angebote richtig vergleichen

Weil die StBVV nur einen Rahmen vorgibt, sind Angebote vergleichbar – aber nur, wenn Sie auf dieselben Eckdaten achten. Lassen Sie sich den angesetzten Zehntelsatz, den Gegenstandswert und die enthaltenen Leistungen schriftlich nennen.

  • Gebührenbasis prüfen: Tabellengebühr (nach Gegenstandswert) oder Zeitgebühr (pro Stunde) – beides ist zulässig, aber unterschiedlich kalkulierbar.
  • Mittelgebühr als Maßstab: 3,5/10 ist für durchschnittliche Fälle üblich; ein deutlich höherer Satz sollte begründet sein.
  • Pauschalvereinbarung: Für laufende Mandate sind monatliche Pauschalen möglich und schaffen Planungssicherheit.
  • Netto vs. brutto: Angebote enthalten oft Nettopreise – rechnen Sie 19 % Umsatzsteuer und Auslagen hinzu.

Häufige Fragen

Was kostet ein Steuerberater 2026?

Die Kosten für einen Steuerberater richten sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), die Gebühren-Rahmen je nach Gegenstandswert (Einkommen oder Umsatz) vorgibt. Eine Einkommensteuererk

Lohnt sich ein Steuerberater für Angestellte?

Für reine Arbeitnehmer mit Standardsituation (ein Arbeitgeber, keine Kapitalerträge, keine Vermietung) lohnt sich der Steuerberater oft nicht — die Mehr-Rückerstattung liegt meist unter den Kosten von

Was ist der Unterschied zwischen Steuerberater und Lohnsteuerhilfeverein?

Ein Steuerberater (StBerG) darf in allen steuerlichen Angelegenheiten beraten und Erklärungen abgeben — Voraussetzung: bestandenes Steuerberaterexamen und Zulassung. Ein Lohnsteuerhilfeverein darf nur

Quellen (3)Stand: Juni 2026

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2026 · Preisangaben sind Richtwerte aus Marktrecherche und können je nach Anbieter, Region und Projekt abweichen.

Wie hilfreich war dieser Artikel?

Hol dir deinen echten Preis

Trag dein Projekt ein und erhalte kostenlos bis zu 3 Angebote von Profis aus deiner Region. Unverbindlich und in wenigen Minuten.

Kostenlose Angebote vergleichen →

Über 490.000 gelistete Betriebe · kostenlos & unverbindlich

Steuerberater vergleichen
Kostenlos vergleichen
Angebote →