Kurz & knapp
Die Kosten für einen Finanzberater hängen vom Beratungsmodell ab. Honorarberater rechnen 80 bis 300 Euro pro Stunde ab oder bieten Festpreis-Pakete für komplette Finanzpläne (1.500 bis 5.000 Euro für Privathaushalte, 3.000 bis 15.000 Euro bei Vermöge
Finanzberater-Kosten auf einen Blick
Es gibt nicht den einen Preis für einen Finanzberater. Was Sie zahlen, hängt vor allem vom Vergütungsmodell ab: Honorarberater rechnen nach Zeit oder Pauschale ab und legen die Kosten offen. Verbraucherzentralen bieten unabhängige Beratung zu festen, vergleichsweise niedrigen Preisen. Und eine digitale Vermögensverwaltung (Robo-Advisor) übernimmt die Anlage automatisiert gegen eine laufende Jahresgebühr. Die folgende Tabelle fasst typische Preisspannen zusammen.
Typische Kosten verschiedener Finanzberatungs-Modelle (2026)
| Modell | Preis | Quelle |
|---|---|---|
| Honorarberater, Stundensatz | 100 bis 250 Euro pro Stunde (oft um 150 Euro) | Hanseatic Bank |
| Honorarberater, Stundensatz inkl. MwSt. | 150 bis 300 Euro pro Stunde (inkl. 19 % MwSt.) | Huber Honorarberatung |
| Verbraucherzentrale Berlin, Geldanlage/Altersvorsorge | 45 Euro (30 Min.), 90 Euro (60 Min.), 120 Euro (90 Min.) | Verbraucherzentrale Berlin |
| Verbraucherzentrale NRW, Geldanlage/Altersvorsorge | 230 Euro (90 Min.) | Verbraucherzentrale NRW |
| Robo-Advisor, Gesamtkosten p.a. | 0,10 % bis 2,94 % pro Jahr (Median 0,96 %) | geldanlage-digital.de |
Wichtig: Die Verbraucherzentralen sind regional organisiert, deshalb unterscheiden sich die Preise je nach Bundesland. In Berlin kostet die 90-minütige Beratung 120 Euro, in NRW 230 Euro. Empfänger von Bürgergeld, BAföG oder Grundsicherung erhalten in Berlin bei Vorlage des Bescheides 50 Prozent Rabatt.
Preise nach Leistungsumfang
Bei einem Honorarberater richtet sich der Preis nach Umfang und Komplexität Ihres Anliegens. Ein kurzer Check Ihrer Geldanlage ist günstig, eine komplette Vermögensstrukturierung oder Ruhestandsplanung deutlich teurer. Die folgenden Beispielpreise stammen von einem Honorarberatungs-Ratgeber.
Beispielpreise nach Leistungsumfang (Honorarberatung)
| Leistung | Preis |
|---|---|
| Einfache Finanzanalyse | ab 300 Euro |
| Kurzer Check der Geldanlage | unter 500 Euro |
| Individuelle Baufinanzierung | 800 Euro |
| Komplette Ruhestandsplanung | 1.500 Euro |
| Ausführliche Vermögensstrukturierung | über 2.000 Euro |
Statt nach Stunden oder Pauschale gibt es auch die laufende Vergütung als Prozentsatz des betreuten Vermögens. Üblich ist hier eine Verwaltungsgebühr von 0,7 bis 1,2 Prozent pro Jahr für Vermögen unter einer Million Euro; bei höheren Beträgen liegt sie oft über 0,5 Prozent pro Jahr.
Stundensätze von 150 bis 300 Euro pro Stunde (inkl. 19 % MwSt.) sowie eine Verwaltungsgebühr von 0,7 bis 1,2 % pro Jahr für Vermögen unter einer Million Euro.
Diese Faktoren bestimmen den Preis
Warum schwanken die Preise so stark? Mehrere Faktoren bestimmen, was Sie am Ende zahlen:
- Vergütungsmodell: Honorarberatung (Sie zahlen direkt für die Beratung) ist transparent, aber sichtbar teuer. Bei Provisionsberatung zahlen Sie scheinbar nichts — die Kosten stecken versteckt in den Produkten.
- Umfang: Eine einzelne Frage zur Geldanlage kostet wenig, eine ganzheitliche Finanzplanung mit Vermögensaufnahme, Ruhestands- und Steuerplanung erreicht schnell den vierstelligen Bereich.
- Anbietertyp: Verbraucherzentralen sind am günstigsten, freie Honorarberater liegen im Mittelfeld, spezialisierte Vermögensverwalter am oberen Ende.
- Region: Bei den Verbraucherzentralen gelten je Bundesland unterschiedliche Preise — die gleiche 90-Minuten-Beratung kostet in Berlin 120 Euro, in NRW 230 Euro.
- Vermögenshöhe: Bei laufender prozentualer Vergütung steigt der absolute Betrag mit dem betreuten Vermögen, der Prozentsatz sinkt dagegen oft.
Unabhängige Finanzberater rechnen meist im Bereich zwischen 100 und 250 Euro pro Stunde ab, viele um die 150 Euro pro Stunde. Bei der Verbraucherzentrale Hamburg kostet die persönliche Beratung zu Geldanlage und Altersvorsorge je nach Umfang 35 bis 180 Euro.
Robo-Advisor als günstige Alternative
Wer keine persönliche Beratung braucht, sondern sein Geld automatisiert anlegen lassen möchte, kann zu einem Robo-Advisor greifen. Dabei stellt ein Algorithmus nach einem Fragebogen ein ETF-Portfolio zusammen und verwaltet es automatisch. Die Kosten sind laufende Jahresgebühren und setzen sich aus der Servicegebühr des Anbieters und den fondsinternen ETF-Kosten zusammen.
Jährliche Gesamtkosten ausgewählter Robo-Advisor (bei 10.000 Euro Anlage)
| Anbieter | Gesamtkosten pro Jahr | Zusammensetzung |
|---|---|---|
| Digitale Vermögensverwaltung Raisin | bis 0,59 % | 0,46 % Grundgebühr + 0,09–0,13 % ETF-Kosten |
| Quirion | 0,67 % | 0,48 % Grundgebühr + bis 0,19 % ETF-Kosten |
| Growney | 0,87 % | 0,68 % Grundgebühr + bis 0,19 % ETF-Kosten |
Über den gesamten Markt betrachtet liegen die Gesamtkosten weiter auseinander: zwischen 0,10 und 2,94 Prozent pro Jahr, der Median aller Anbieter liegt bei 0,96 Prozent. Bei 50.000 Euro Anlagesumme entspricht der Median rund 480 Euro pro Jahr. Gute, günstige Anbieter bleiben unter 1 Prozent der Anlagesumme pro Jahr.
Die Gesamtkosten eines Robo-Advisors liegen zwischen 0,10 % und 2,94 % pro Jahr (Servicegebühr + Fondskosten), der Median liegt bei 0,96 % — also rund 480 Euro pro Jahr bei 50.000 Euro Anlagesumme.
Günstig beraten lassen: Verbraucherzentrale
Die mit Abstand günstigste Möglichkeit für unabhängige, produktneutrale Finanzberatung sind die Verbraucherzentralen. Sie verkaufen keine Produkte und erhalten keine Provisionen, deshalb beraten sie wirklich neutral. Die Preise sind regional festgelegt und gestaffelt nach Beratungsdauer.
Preise für Geldanlage- und Altersvorsorgeberatung bei Verbraucherzentralen
| Verbraucherzentrale | Dauer | Preis |
|---|---|---|
| Berlin | 30 Minuten | 45 Euro |
| Berlin | 60 Minuten | 90 Euro |
| Berlin | 90 Minuten | 120 Euro |
| NRW | 90 Minuten | 230 Euro |
In Berlin erhalten Empfänger von Bürgergeld, BAföG oder Grundsicherung bei Vorlage des Bescheides 50 Prozent Rabatt. Bei der Verbraucherzentrale NRW gibt es zusätzlich eine Rechtsberatung zu Banken und Kapitalmarkt für 90 Euro (bis 45 Minuten), wenn es um konkrete rechtliche Fragen geht.
Geldanlage- und Altersvorsorgeberatung Berlin: 45 Euro (30 Minuten), 90 Euro (60 Minuten), 120 Euro (90 Minuten). Personen mit Bürgergeld, BAföG oder Grundsicherung erhalten bei Vorlage des Bescheides 50 % Rabatt.
Geldanlage- und Altersvorsorgeberatung NRW: 230 Euro (90 Minuten). Rechtsberatung Banken und Kapitalmarkt: 90 Euro (bis 45 Minuten).
Angebote richtig vergleichen
Bevor Sie sich für einen Finanzberater entscheiden, vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch das Vergütungsmodell und die Unabhängigkeit. Diese Punkte helfen bei der Auswahl:
- Klären Sie das Vergütungsmodell: Zahlen Sie direkt (Honorar) oder verdient der Berater an Produktprovisionen? Nur bei Honorarberatung ist der Rat wirklich neutral.
- Lassen Sie sich den Stundensatz oder Pauschalpreis schriftlich und inklusive Mehrwertsteuer nennen, damit Sie nicht überrascht werden.
- Prüfen Sie für eine günstige Zweitmeinung die Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes — schon ab rund 45 Euro für eine 30-minütige Beratung in Berlin.
- Wenn Sie nur Geld automatisiert anlegen wollen, vergleichen Sie Robo-Advisor anhand der Gesamtkosten pro Jahr — gute Anbieter bleiben unter 1 Prozent.
- Holen Sie mehrere Angebote ein und achten Sie darauf, dass Leistungsumfang und Preis zueinander passen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Finanzberater?
Die Kosten für einen Finanzberater hängen vom Beratungsmodell ab. Honorarberater rechnen 80 bis 300 Euro pro Stunde ab oder bieten Festpreis-Pakete für komplette Finanzpläne (1.500 bis 5.000 Euro für
Lohnt sich ein Honorarberater?
Honorarberatung lohnt sich vor allem bei langfristigen Anlagen und höherem Vermögen. Beispiel: 100.000 Euro Depot über 25 Jahre. Bei provisionsbasierter Beratung mit 1 Prozent Bestandsprovision p.a. z
Was ist der Unterschied zwischen Finanzberater und Vermögensverwalter?
Ein Finanzberater (§ 34f GewO) berät zu Anlagemöglichkeiten und vermittelt Produkte — die finale Entscheidung trifft der Kunde. Ein Vermögensverwalter (§ 32 KWG, BaFin-lizenziert) verwaltet das Vermög
Quellen
Stand: Juni 2026Marktkontext
- Statistisches Bundesamt(Destatis)Offiziell
Offizielle Statistik Deutschland — Preisindizes, Verbraucherpreise, Branchenstatistik.
destatis.de → - Bundesagentur für Arbeit(BA)Offiziell
Beschäftigten- und Lohnstatistik nach Wirtschaftszweigen (WZ-Klassifikation).
statistik.arbeitsagentur.de → - Zentralverband des Deutschen Handwerks(ZDH)Offiziell
Dachverband des deutschen Handwerks — Konjunktur- und Strukturdaten Handwerk.
zdh.de →
Quellen (3)Stand: Juni 2026
Marktkontext
- Statistisches Bundesamt(Destatis)Offiziell
Offizielle Statistik Deutschland — Preisindizes, Verbraucherpreise, Branchenstatistik.
destatis.de → - Bundesagentur für Arbeit(BA)Offiziell
Beschäftigten- und Lohnstatistik nach Wirtschaftszweigen (WZ-Klassifikation).
statistik.arbeitsagentur.de → - Zentralverband des Deutschen Handwerks(ZDH)Offiziell
Dachverband des deutschen Handwerks — Konjunktur- und Strukturdaten Handwerk.
zdh.de →
Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2026 · Preisangaben sind Richtwerte aus Marktrecherche und können je nach Anbieter, Region und Projekt abweichen.
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