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Was kostet Fassadenbau 2026? Der komplette Kosten-Guide

Fassadenbau Kosten 2026: Preise pro m² für Anstrich, Putz, WDVS-Dämmung und Komplettsanierung. Mit Förderungs-Übersicht und saisonalen Spartipps.

Go24Pro RedaktionAktualisiert April 202610 Min. Lesezeit

Kurz & knapp

Eine komplette Fassadensanierung kostet 2026 zwischen 100 und 170 Euro pro Quadratmeter. Ein Einfamilienhaus mit 200 m² Fassadenfläche liegt bei 20.000–34.000 Euro ohne Dämmung. Mit WDVS steigen die Kosten auf 150–300 €/m². Einzelarbeiten: Anstrich 11–50 €/m², Verputzen 11–65 €/m², Gerüst 5–15 €/m². KfW/BAFA-Förderung kann die Effektivkosten um 15–30 % senken.

Fassadenbau Kosten 2026 im Überblick

Was Fassadenbau kostet, hängt stark davon ab, ob nur gestrichen wird, neu verputzt oder gleich gedämmt wird. Als grobe Orientierung für 2026: Eine komplette Fassadensanierung ohne Dämmung kostet laut DaiBau-Baukostenrechner rund 100 bis 170 Euro pro Quadratmeter. Darin enthalten sind Reinigung, Entfernen von altem Putz, Ausbessern, Verputzen und ein wasserabweisender, diffusionsoffener Anstrich. Bei einem Einfamilienhaus mit etwa 200 m² Fassadenfläche ergeben sich daraus rund 20.000 bis 34.000 Euro.

Kommt eine energetische Dämmung dazu, steigen die Kosten deutlich. Allein das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) schlägt je nach Dämmstoff und -stärke mit rund 72 bis 175 €/m² zu Buche (DaiBau); der Verbraucher-Ratgeber co2online nennt für ein komplettes WDVS einen Rahmen von 160 bis 200 €/m². Eine hinterlüftete Vorhangfassade liegt mit 180 bis 300 €/m² am oberen Ende.

Fassadenbau: marktübliche Richtwerte pro m² (2026)

Fassadenbau: marktübliche Richtwerte pro m² (2026)
LeistungPreis pro m²Hinweis
Fassadenanstrich (2x, Acryl)11–25 €ohne Untergrund-Sanierung
Verputzen (Putz je nach Material)25–65 €Kalkputz günstiger, Silikonharzputz teurer
WDVS-Dämmung (EPS/Steinwolle, ~16 cm)72–175 €EPS günstiger als Steinwolle
Komplette Fassadensanierung (ohne Dämmung)100–170 €Reinigung, Putz, Anstrich
Gerüst (Auf-/Abbau + Miete bis 60 Tage)4,50–15 €bis ca. 10 m Höhe
Quelle: DaiBau Baukostenrechner Fassaden, abgerufen 2026

Eine komplette Fassadensanierung mit Reinigung, Putzentfernung, Verputzen und diffusionsoffenem Anstrich kostet laut DaiBau zwischen 100,00 €/m² und 170,00 €/m².

Preise nach Fassadentyp und Dämmmethode

Soll die Fassade nicht nur saniert, sondern energetisch gedämmt werden, entscheidet die Methode über den Preis. Die größten Unterschiede liegen zwischen einer verputzten WDVS-Lösung, einer Kerndämmung (Einblasdämmung im Hohlraum zweischaliger Wände) und einer hinterlüfteten Vorhangfassade.

Dämmmethoden im Preisvergleich (co2online)

Dämmmethoden im Preisvergleich (co2online)
MethodeKosten pro m²Einsatz
Kerndämmung / Einblasdämmung25–60 €nur bei zweischaligem Mauerwerk mit Hohlraum
Wärmedämmverbundsystem (WDVS)160–200 €Standardlösung, verputzte Dämmung
Hinterlüftete Vorhangfassade180–300 €hochwertig, langlebig, höchster Preis
Quelle: co2online – Übersicht Fassadendämmung, abgerufen 2026

co2online beziffert WDVS mit 160–200 Euro pro m², die Kerndämmung mit 25–60 Euro und die hinterlüftete Vorhangfassade mit 180–300 Euro pro m². Eine Fassadendämmung spart bis zu 19 Prozent der Heizenergie.

Hinweis zur Spanne beim WDVS: Die Material- und Dämmstärke macht den Unterschied. Bei DaiBau kostet eine EPS-Dämmung (Styropor, 16 cm) rund 78–129 €/m², die nichtbrennbare Steinwolle-Variante (16 cm) 103–165 €/m². co2online rechnet die Spanne 160–200 €/m² eher als verputztes Gesamtsystem inklusive aller Nebenarbeiten.

Diese Faktoren bestimmen den Fassadenbau-Preis

Zwei Häuser mit gleicher Fläche können sich im Preis stark unterscheiden. Diese Faktoren erklären, warum ein Angebot am unteren oder oberen Rand der Spanne liegt:

  • Zustand des Untergrunds: Risse, abblätternder Altputz oder Algen erhöhen den Vorbereitungsaufwand und damit den Preis pro m².
  • Dämmstoff und Dämmstärke: Steinwolle ist teurer als EPS-Styropor; je dicker die Dämmung, desto höher der Materialpreis (DaiBau: EPS 16 cm 78–129 €/m², Steinwolle 16 cm 103–165 €/m²).
  • Putzart: Einfacher Kalkputz liegt bei 25–45 €/m², hochwertiger Silikonharzputz bei 45–65 €/m².
  • Gebäudehöhe und Gerüst: Mehr Geschosse bedeuten mehr Gerüstfläche und längere Standzeit; das Gerüst kostet 4,50–15 €/m².
  • Fassadendetails: Erker, Gauben, viele Fenster, Stuck oder Verzierungen erhöhen den Arbeitsaufwand.
  • Region und Auslastung: In Ballungsräumen und zur Hochsaison liegen die Stundensätze höher.
  • Entsorgung: Das Abtragen und Entsorgen von Altputz oder asbesthaltigen Altfassaden kann ein eigener Kostenblock sein.

DaiBau gibt für Verputzen je nach Material 25 € bis 65 € pro Quadratmeter an, für einen 2-fachen Acryl-Fassadenanstrich 11,3–25 €/m² und für das Gerüst (Auf-/Abbau plus Miete bis 60 Tage, bis 10 m Höhe) 4,5–15 €/m².

Förderung: BAFA, BEG-Einzelmaßnahme und GEG-Pflicht

Wer die Fassade dämmt, kann staatliche Zuschüsse nutzen. Über die BEG-Einzelmaßnahme (BAFA) gibt es 15 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) kommen 5 Prozentpunkte dazu – insgesamt 20 Prozent. Wichtig: Der Antrag und die Einbindung eines zertifizierten Energie-Effizienz-Experten müssen vor der Auftragsvergabe erfolgen.

BEG-Einzelmaßnahme (BAFA) für die Gebäudehülle

BEG-Einzelmaßnahme (BAFA) für die Gebäudehülle
PositionWertQuelle
Grundförderung Zuschuss15 %Finanztip
iSFP-Bonus zusätzlich+5 % (= 20 %)Finanztip
Förderfähige Kosten max. pro Jahr/Wohneinheit30.000 € (mit iSFP 60.000 €)Finanztip
Geforderter U-Wert Außenwand (BAFA)max. 0,20 W/(m²K)Finanztip
GEG-Mindestanforderung Außenwandmax. 0,24 W/(m²K)Finanztip
Quelle: Finanztip – Fassadendämmung & BEG-EM, abgerufen 2026

Für die BEG-Einzelmaßnahme gibt es bis zu 15 Prozent Zuschuss, mit individuellem Sanierungsfahrplan bis zu 20 Prozent. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Jahr und Wohneinheit gedeckelt (mit iSFP 60.000 Euro). Für die Förderung muss die Außenwand mindestens einen U-Wert von 0,2 W/(m²K) erreichen; das GEG fordert mindestens 0,24 W/(m²K).

Praktische Folge des GEG: Wenn Sie mehr als 10 Prozent der Außenwandfläche sanieren, gilt für die erneuerte Wand der Höchstwert von 0,24 W/(m²K). In der Praxis läuft das oft auf eine Dämmpflicht hinaus – wer ohnehin saniert, sollte die Dämmung gleich mitdenken und die Förderung mitnehmen.

So senken Sie die Fassadenbau-Kosten

Mit der richtigen Planung lässt sich bei einer Fassade spürbar sparen, ohne an der Qualität zu sparen:

  1. Förderung mitnehmen: 15–20 % BAFA-Zuschuss senken die Effektivkosten deutlich – Antrag aber zwingend VOR Auftragsvergabe stellen (Quelle: Finanztip).
  2. Gerüst gemeinsam nutzen: Dach-, Fenster- und Fassadenarbeiten zeitlich bündeln, damit das Gerüst (4,50–15 €/m²) nur einmal anfällt.
  3. Passende Dämmmethode wählen: Bei zweischaligem Mauerwerk ist die Kerndämmung mit 25–60 €/m² ein Bruchteil des WDVS-Preises (Quelle: co2online).
  4. Material bewusst wählen: EPS-Styropor ist günstiger als Steinwolle; wo kein Brandschutz Steinwolle erzwingt, spart EPS pro m² (Quelle: DaiBau).
  5. Mehrere Angebote einholen: Mindestens drei detaillierte Angebote mit Ortstermin vergleichen, nicht nur den Endpreis, sondern die Leistungsbeschreibung.
  6. Nebensaison nutzen: Außerhalb der Hochsaison sind Handwerker oft besser verfügbar – Putz und Farbe benötigen aber mindestens rund +5 °C, also kein Tiefwinter.

Angebote vergleichen und Anbieter aus Ihrer Region finden

Fassaden-Angebote sind nur dann vergleichbar, wenn die Leistungen identisch beschrieben sind. Achten Sie darauf, dass jedes Angebot dieselben Positionen enthält: Fassadenfläche in m², Gerüst, Untergrundvorbereitung, Putz- bzw. Dämmsystem mit Materialangabe und Dämmstärke, Anstrich, Entsorgung und Mehrwertsteuer.

  • Fläche prüfen: Lassen Sie die Fassadenfläche (m²) im Angebot nachvollziehbar ausweisen – sie ist die Basis aller m²-Preise.
  • System benennen: Dämmstoff, Dämmstärke und Putzart gehören konkret ins Angebot, sonst ist der m²-Preis nicht vergleichbar.
  • Gerüst separat: Das Gerüst sollte als eigene Position mit Standzeit erscheinen.
  • Förderfähigkeit klären: Erfüllt das angebotene System den BAFA-U-Wert von 0,2 W/(m²K)? Nur dann ist die Förderung möglich.

Häufige Fragen

Was kostet eine Fassadensanierung pro m²?

Komplettsanierung (Reinigung, Putz, Anstrich): 100–170 €/m². Mit WDVS-Dämmung: 150–300 €/m². Reiner Anstrich: 11–50 €/m². Quelle: daibau.de.

Wie lange dauert eine Fassadensanierung?

Reiner Anstrich: ~1 Woche. Verputzen: ~2 Wochen. Komplettsanierung mit Dämmung: 3–6 Wochen, im Schnitt 4 Wochen.

Welche Förderung gibt es für Fassadendämmung?

KfW 261/262 (Kredit + Tilgungszuschuss) und BAFA BEG-Einzelmaßnahme (15–20 % Zuschuss). Antrag muss VOR Auftragsvergabe gestellt werden.

Ist eine Fassadendämmung gesetzlich Pflicht?

Nicht generell, aber das GEG verlangt bei Sanierung von >10 % der Außenwandfläche einen U-Wert von max. 0,24 W/(m²K) — in der Praxis oft eine Dämmpflicht.

Wann ist die beste Jahreszeit für Fassadenarbeiten?

April–September: optimale Witterung, aber +15 % Hochsaison-Aufschlag. Winter: Rabatte möglich, aber Frostrisiko (min. +5 °C für Putz/Farbe).

Quellen (3)Stand: Juli 2026

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2026 · Preisangaben sind Richtwerte aus Marktrecherche und können je nach Anbieter, Region und Projekt abweichen.

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